Mit dem SV Eintracht Ortrand empfing Lauchhammer heute den Drittplatzierten der Landesklasse. Mit einem Abstand von ca. 20 Kilometern und 8 Punkten galt der Gast mit seiner gefährlichen Offensive eigentlich als vermeintlicher Favorit.

Diese schlug bereits nach 11 Minuten zu. Hoffmann war schneller als Eckhardt im Rennen um den Ball, der zuvor satt gegen die Latte klatschte. Nun hieß es Ärmel hochkrempeln und ackern. Ein 0:1, ein gutes Spiel für alle Zuschauer. Wie ein Faustkampf, bei dem es von Beginn an ordentlich auf die Mütze gibt, aber der erste K.o.-Schlag noch aussteht. So ging es dann auch in die Halbzeit. Es lag in der Luft, dass dieses Derby noch nicht verloren ist und die Mannschaft zeigte dies auch mit guter, motivierter Körpersprache.

Eine kurze Pause später, welche für Fans und Spieler die nötige Trinkpause darstellte, folgte der Wiederanpfiff. Ein hin und her, begleitet durch die lautstarke Unterstützung unserer Fans, bildeten die folgenden Minuten des Spiels. Bis zu einem Befreiungsschlag von Hubrich, welcher sich in der Ortrander Hälfte niedersenkte und von der Hintermannschaft zum Torwart Klaschka transportiert wurde. Jetzt ging es plötzlich ganz schnell und einfach: Goalgetter Schenk übte vorbildliches Pressing am fast-sächsischen Schlussmann und musste kurzerhand nur noch einschieben. Ein Tor, so sinnbildlich für den Willen unserer Herren. Auch im Jubel pure Ekstase, hier muss noch was gehen!

Das Spiel wurde keineswegs ruhiger. Beide Mannschaften kämpften weiter um den Führungstreffer und so kam es zu einer intensiven Mittelfeldschlacht, in der sich besonders Hühne und Voigtländer präsentierten. Letzterer gewann dann in der 65. Minute einen Freistoß, den Ersterer mit einer Flanke von links in den Strafraum schlagen sollte. Innenverteidiger kommen mit vor, meist ohne Erfolg, meist Meter über die niemand redet. So aber nicht in jener Minute. Kapitän Vogt stieg furchtlos in die Höhe, so hoch, dass seine Haarspitzen schon schneebedeckt schienen. Als er wieder festen Boden unter sein Stollen spürte, lag der Ball im Netz. 2:1. Eine Aufholjagd wie gemalt, Geschichten wie sie nur ein Derby schreibt.

Die Führung war goldwert; FCL konnte sich fortan im Verwalten üben. Eine präzise Umschaltsituation, welche dem Match möglicherweise den Deckel aufgesetzt hätte, wurde nur durch die Fahne des Assistenten unterbunden. Aber auch Ortrand gab sich nicht auf; verzeichnete Chancen, brachte Freistöße aufs Tor, Koppelt allerdings ließ sich heute nur äußerst schwer überwinden. Doch das kann man fast schon über die gesamte Mannschaft sagen. Mit einer soliden und konzentrierten Teamleistung brachte man den vielen Zuschauern einen Grund zum Feiern und man machte erneut deutlich: Heimspiele des FCL sind auf jeden Fall sehenswert.

Nächste Woche gilt es diese These im Kampf mit dem Spitzenreiter Kolkwitz zu untermauern. Auf der Fußballbühne des Waldstadions herrscht am 10.11.2018 ab 14:00 Uhr Ballett und dementsprechend sind alle Freunde des runden Leders herzlich eingeladen!